Hong Fa Tempel

Miriam Posted in Shenzhen 深圳市, unterwegs
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Heute waren wir mal raus in die Natur. Rund um die pulsierende Stadt Shenzhen mit einem Hochhaus neben dem anderen und Unmengen von hupenden, lärmenden und stinkenden Autos, gibt es eine Gebirgskette. Wir haben es uns zum Ziel gemacht die zweithöchste Spitze mit ca. 600 m zu erklimmen. Aber zunächst sind wir zu dem buddhistischen Tempel. Die Tempelanlage war echt schön! Und das tolle war, dass der derzeitige geistige Führer dieses Tempels (so hab ich zumindest seine Funktion verstanden) an diesem Tag Audienz gewährte. Eine echte Seltenheit! Ich durfte mich also glücklich schätzen. Liu Li’s Freund, der diesem Glauben angehört war es auch. Wir reihten uns also in eine Schlange ein, um den ehrwürdigen alten Mann, der bald Geburtstag hatte, zu sehen. Dann gab es für jeden einen netten roten Umschlag in den man sein Geld tun konnte. In diesem Glauben scheint es wohl üblich zu sein, dass man, wenn man einen Wunsch oder eine Bitte hat, dies mit einer großzügigen Spende an den Tempel verbindet – ist ja im Christentum auch nicht viel anders. Außerdem schien es auch noch Geschenke zu geben, wenn ich mir die freudestrahlenden Menschen so anschaute, die von der Audienz zurück kamen. Denn sie hatten alle das gleiche Armbändchen und ein kleines Tütchen. Habe versucht zu lunzen, was die anderen denn so in dem Räumchen machten, weil ich ja nicht wusste wie das hier so abläuft. Aber im Prinzip war das Wichtigste: Umschlag in den Kasten, hinknien und verbeugen, verbeugen, verbeugen. Ich komme also in das Räumchen, tue meinen Umschlag in die Kiste, knie mich hin und verbeuge mich drei Mal. Der kleine Mann hinter dem Schreibtisch schaut mich dabei mit seinen 104 Jahre alten Augen an. Ich finde, dass er in Wirklichkeit jünger aussieht als auf den ganzen Fotos, die überall im Tempel rumhängen. Dann habe ich meine Geschenke von einem Mitarbeiter in die Hand bekommen und habe, nachdem ich mich nochmal für das Geschenk dankend verbeugt habe, den Raum verlassen. Draußen haben wir dann unsere Geschenke begutachtet: ein typisch buddhistisches Armbändchen, dass gegen böse Geister schützt und ein Anhänger, in dem sich ein Papierchen mit deren heiliger Schrift oder sowas, befindet. Ich hatte zusätzlich noch eine Kette mit einer Steinfigur des Bodhisattva des Mitgefühls bekommen. Wahrscheinlich weil ich Ausländerin bin, denn Liu Li’s Freund hat mir später erzählt, dass den nur besondere bekommen. Ich glaube er war ein bisschen neidisch und hätte auch gern diese Kette bekommen.
Nach einer erneuten kleinen Rast mit Imbiss – frei nach dem Motto: alles, was ich esse brauch ich nicht mehr tragen – machten wir uns auf den Gipfel zu erstürmen. Aber einige Zeit und viele, viele stufen später mussten wir feststellen, dass das doch weiter war als gedacht. Mehrere Male dachten wir, dass wir nur noch diese Stufen hoch müssten und dann wären wir da. Aber jedes Mal stellte sich heraus, dass wir noch weiter laufen mussten. Schließlich kamen wir an einer Pagode an, von der wir wiederum dachten sie sei der Endpunkt. Von hier aus konnte man tatsächlich den angestrebten Gipfel sehen. Jedoch entschieden wir uns dazu an dieser Stelle angesichts der untergehenden Sonne und der zunehmenden Müdigkeit, die sich breit machte, umzukehren. Das war auch gut so, denn als wir nach tausenden von Stufen endlich wieder den Fuß des Berges erreicht hatten, war es wirklich schon dunkel geworden und ich glaube ein Abstieg in Dunkelheit wäre wirklich nicht spaßig gewesen.


Zuhause angekommen, haben Liu Li und ihr Freund dann noch gekocht – echt lecker! Nach dem Essen bin ich dann ziemlich direkt auf meinem ultra deluxe Bett* eingeschlafen.
*das ultra deluxe Bett kann man sich folgendermaßen vorstellen:

ein zweistöckiges Hochbett aus Metall ohne Leiter für die obere Etage, die ich bewohnte. Der Aufstieg war dank meiner langen Beine noch recht gut zu meistern, doch der Abstieg gestaltete sich schwieriger, weshalb ich für die folgenden Nächte immer einen Stuhl ans Bett stellte, damit ich auch heil wieder unten ankommen sollte.




Statt einem Lattenrost gab es eine große Holzplatte, die auf dem wackeligen Metallgestell auflag. Auf der Holzplatte war zunächst eine Art Bastmatte und da drauf eine comfort Matratze von ca. 2 cm Dicke – chinesischer Standard. Immer wenn ich auf das Bett geklettert bin oder wenn ich mich nachts mal gedreht habe, hat das ganze Bett bedrohlich gewackelt, als hätte jedes Einzelteil des Bettes den unwiderstehlichen Drang der Schwerkraft zu folgen. Untermalt wurde das ganze von einem herrlichen leidvollen Geknarre.
(Dass ich jedesmal, wenn ich mich gedreht habe, die Existenz meiner Knochen bestätigt bekommen habe, brauche ich glaube ich nicht zu erwähnen)

Splendid China and People’s Village

Miriam Posted in Shenzhen 深圳市, unterwegs
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Heute waren wir im Splendid China und People’s Village. Das war echt toll! Jeder, der mal nach Shenzhen kommen sollte, der muss da hin. Am besten plant man dafür auch gleich einen ganzen Tag ein, denn es gibt so viel zu sehen.
In diesem Village sind alle 55 chinesischen Minderheiten mit typischen Gebäuden, Tänzen und Bräuchen vertreten. Es wird einem echt viel geboten. Im Prinzip sind wir nur von einer Show zur nächsten gelaufen und hatten gar nicht die Zeit uns die einzelnen Sachen genau anzuschauen.
Bei der Show der Wa habe ich sogar als 高老外 “gao lao wai” (große Ausländerin) mitgewirkt. Zunächst durfte ich ein wenig auf einem Baumstamm herum trommeln, dann durfte ich mit den Damen den typischen Tanz, bei dem die Haafe geschwungen werden, tanzen. Als dank für mein mitwirken habe ich ein kleines Geschenk bekommen und noch dazu einen roten Punkt auf die Stirn.
Außerdem waren wir noch im Dor der Miao, von denen ich mir schon so viel Schmuck gekauft habe. Auch innerhalb dieser Minderheit gibt es wiederum eine große Vielfalt von verschiedenen Trachten und Arten von Schmuck. Nachdem ich mich dann mit all den Damen hab ablichten lassen, ging es weiter.
In einem Teil des Geländes gab es Miniaturnachbildungen der bedeutensten Chinesischen Sehenswürdigkeiten. So konnte ich innerhalb von einem Tag ganz China bereisen.
Ein weiteres Highlight war die Dance and Costumes Show um 17 Uhr. Für die musste man zwar extra zahlen, aber die 3 Euro haben sich echt gelohnt. Was die da aufgefahren haben war echt klasse! Schon allein das Bühnenbild war schon unglaublich.
Der grönende Abschluss dieses Tages war die Dragen and Phenix Show um 19.30 Uhr, die wiederum die Show von 17 Uhr getoppt hat. Das ist kaum beschreibbar, das muss man erlebt haben!
Besonders faszinierend fand ich die Flexibilität der Bühne: unterschiedliche Teile der Bühne konnten sich heben und senken, sodass immer wieder neue Szenarien entstanden sind. Wahlweise konnte sich auch der Bühnenboden öffnen, um Platz für eine Wasserfontaine wie in einem Teich einer Parkanlage zu schaffen.

100% empfehlenswert!